Photographie von K. Ritschard

Leserbrief vom 14.2.2025 zum Flugzeugabsturz in Leuzigen vom 6.2.2025

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Katastrophe in Altreu?

In den letzten drei Jahren stürzte jährlich ein Flugzeug im Umfeld des Flughafens Grenchen ab. Was ist, wenn das nächste Mal ein Flugzeug nicht über freiem Feld, sondern über dem Touristenmagnet Altreu abstürzt, beispielsweise an einem strahlenden Sonntag im Juni? Seit Jahren sind wir Anwohnenden im Kontakt mit dem Flughafen und beschweren uns, weil immer wieder Flugzeuge direkt über unsere Grundstücke fliegen. Die Reaktion des Flughafens: «Ihr habt euch getäuscht, vom Boden aus könnt ihr gar nicht beurteilen, ob ein Flugzeug über euch fliegt (???).» Oder es wird argumentiert, dass Altreu in unmittelbarer Nähe der publizierten An- und Abflugkorridore liege und, sofern ein Pilot innerhalb einer gewissen Toleranz von dieser Route abweiche, dies akzeptiert werden müsse. In Ausnahmefällen können wir dies durchaus verstehen, aber nicht, wenn dies System hat. Im Zuge der technischen Entwicklung von GPS wurden in Luftfahrzeugen Trackingsysteme eingebaut, also sollte die Analyse der effektiven Flugrouten keine Schwierigkeiten bereiten. Aber der Flughafen wehrt sich und lässt uns ohnmächtig zurück. Was muss noch passieren, bis wir Gehör bekommen – bei den Piloten, die sich nur für ihr Hobby interessieren und Bedürfnisse anderer nach Ruhe und Sicherheit respektlos übergehen? Bei den Fallschirmspringern, die möglichst billig ihren Kick suchen? Bei der Flughafenleitung, die wirtschaftliche Interessen priorisiert? Bei der Politik? Beim BAZL?

Beatrice Nützi, Selzach